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Klassische Musik und Oper von Classissima

Franz Schubert

Mittwoch 20. September 2017


ouverture

18. September

In the moment (Naxos)

ouvertureDas Streichquartett, heutzutage eine der bedeutendsten Gattungen der Kammermusik, gilt gemeinhin als ein Genre großer Meisterwerke. Das Arabella Quartett beweist mit dieser Aufnahme, dass diese nicht unbe- dingt besonders umfangreich sein müssen. Denn es gibt durchaus auch kleine Werke für diese Besetzung, die sich als Pretiosen erweisen.  So bietet diese CD unter anderem zwei wenig bekannte, aber dennoch starke Stücke von Dmitri Schostako- witsch. Dazu gesellen sich sorgsam ausgewählte Werke von Joaquin Turina, Anton Webern, Felix Mendels- sohn Bartholdy, Carl Nielsen, Hugo Wolff, Antonin Dvořák, Franz Schubert und auch die elegischen Crisan- temi von Giacomo Puccini. Und die Aufnahmen sind sowohl musikalisch als auch akustisch von exzellenter Qualität – meine Empfehlung! 

Crescendo

9. September

Querkopf mit Steinway-Flügel: Krystian Zimerman

Krystian Zimerman ist ein konsequenter Abweichler vom Klassik-Mainstream. So ist er stets mit eigenem Flügel unterwegs. Das ist seit 25 Jahren ein Steinway, „aber warum wollen Sie die Marke wissen? Ist das wichtig, ein Label?“, rebelliert er prompt gegen die Frage. Dass der gebürtige Pole 1975 als jüngster Teilnehmer mit 18 Jahren beim renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau den ersten Preis gewann, quittiert er heute mit Achselzucken, „Ach, das ist doch schon so lange her!“ Er musizierte mit Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und langjährig mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle. Mit ihm verwirklichte er vor zwei Jahren einen lang gehegten Wunsch, die Einspielung von Lutosławskis Zweitem Klavierkonzert und der Zweiten Sinfonie, aufgenommen während eines Live-Konzertes in der Berliner Philharmonie. Doch es ist auch 25 Jahre her, dass Zimerman seine letzte Solo-Einspielung machte. Danach Pause, ein Vierteljahrhundert! Jetzt also, im Alter von 60, hat er endlich Franz Schuberts letzte zwei Sonaten aufgenommen: die mächtige Sonate Nr. 20 A-Dur D 959 und die Sonate Nr. 21 B-Dur D 960, die als Schuberts instrumentaler Schwanengesang gilt. Die zwei – so die Einschätzung der Nachwelt – reifsten Werke, komponiert in seinen letzten Lebensmonaten zwischen Frühjahr und Herbst 1828. Musste der gefeierte Zimerman erst 60 werden, um sich an diese wichtigen Stücke, die als „harter Kern“ des Klavierrepertoires gelten, zu wagen? „Oh nein“, stellt er lebhaft klar, „ich nahm sie bereits 1990 auf. Aber ich fand sie einfach nicht genug, ich wollte nur eine weitere Aufnahme auf den Markt bringen, wenn sie meinen Ansprüchen genügt“. Der Perfektionist ist auch ein Verfechter des Live-Auftritts: „Ich bin generell kein Fan der Phonographie“ – er benutzt absichtlich diesen Begriff – „denn Musik live kann so powerful sein, das ist Emotion, in Zeit organisiert! Musik ist Zeit“, erklärt er. Im 19. Jahrhundert habe das Publikum den Künstler live gesehen, seine Glaubwürdigkeit erleben können, „dann kamen diese Geräte …“, schüttelt der Pianist den Kopf. Und warum konserviert der Mensch Musik? „Weil er es kann“, sagt Zimerman achselzuckend. Nun kann – und will – auch der Klaviervirtuose mal wieder. Schuberts zwei letzte Sonaten sind geradezu geheimnisumwittert, Experten und Kritiker interpretierten vielfältig in dieses Vermächtnis des allzu früh Verstorbenen. Sind die Stücke tatsächlich so düster, melancholisch, endzeitlich, wie es die Nachwelt oft vermutet – und müssen sie auch so gespielt werden? Die zweiten, langsamen Sätze seien die traurigste Musik, die er kenne, so Zimerman im Booklet zum Album. Aber beide Scherzos seien voll Humor. Und im Interview ergänzt er: „Ich sah Schubert als kranken Mann, der seinen Tod voraussieht, wollte deshalb das Scherzo in der Sonate Nr. 20 auch nicht lustig spielen. Das war falsch“, habe er jedoch erkannt. Denn eigentlich sei Schubert durch mangelnde Hygiene gestorben, also nichts von trauerumwölkter Todesahnung: „Immerhin ging er kurz vorher noch von Wien nach Eisenstadt und besuchte Haydns Grab, zu Fuß! 70 Kilometer!“, rechnet Zimerman geradezu triumphierend vor. Eingespielt wurden die Sonaten in der japanischen Stadt Ka­shiwazaki. In der 2007 von einem Erdbeben erschütterten Stadt gab Zimerman ein Gratiskonzert. Als er hörte, dass der Konzertsaal wieder aufgebaut worden war, noch dazu von einem Schüler des weltweit gefragten Akustikers Yasuhisa Toyota (Elbphilharmonie Hamburg, Pierre-Boulez-Saal Berlin), wollte er dort Schubert aufnehmen. Alles klappte, bis auf das Wetter. „Es gab einen irren Schneesturm, wir waren eingeschneit, mussten uns aus dem Konzertsaal fast heraushacken“, erinnert er sich lachend; dank des grandiosen Einsatzes aller Mitarbeiter sei man aber bestens versorgt worden. „Eigentlich hätte ich unter diesen Umständen die Winterreise aufnehmen sollen.“ Schubert ist dem Weltklassemusiker Zimerman sehr nahe, auch wenn zwei Jahrhunderte zwischen den Künstlern liegen. Die Zeiten haben sich in manchem nicht geändert. „Schubert war gegen das Militär. Wenn er Militärmusik schrieb, dann war das sarkastisch“, sagt er, „das ist mir sehr sympathisch.“ Er habe sich nie in die vorgegebenen Wiener „Kästchen“ eingefügt. Das scheint auch für den im besten Sinne eigensinnigen Zimerman zu gelten. „Die Phonographie ist genauso ein Denkfehler wie die Gründung von Nationen“, sagt der Pole – „eigentlich bin ich Schlesier“ –, der seit über 20 Jahren im schweizerischen Basel lehrt und lebt, aber von sich sagt: „Ich bin in keinem Land zu Hause, ich bin Weltbürger und lebe auf drei Kontinenten gleichzeitig.“ Die Vereinigten Staaten stehen momentan nicht auf dem Tourneeplan. Nein, nicht wegen der Flügelaffäre, betont er. Im Jahr 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, hatte man seinen Flügel in den USA wegen Terrorverdacht zeitweise beschlagnahmt und untersucht. „Ich bekam von der Post einen riesigen Sack mit Tasten zurück“, bemerkt er mit buddhahafter Gelassenheit. „Es wurden in respektablen Medien falsche Informationen über mich verbreitet und bis heute nicht rechtlich geklärt. Somit sind für mich die Voraussetzungen für Konzertreisen in die USA derzeit nicht gegeben.“ Sein letztes Konzert in Amerika war 2009, wo er mit einer Bemerkung gegen die US-Stationierung in Polen für einen Eklat sorgte. „Ich bin kein Anti-Amerikaner, ich mache nur meine Klappe auf“, betont er. „Mir ist Komplexität sehr wichtig. Die Welt ist eben nicht nur schwarz-weiß! Und komplexe Dinge mit nur vier Wörtern erklären zu wollen – das ist eine Tragödie!“ Ein Nonkonformist ist Zimerman auch bei der Gestaltung des Programms für seine Konzerte. Oft gibt es nämlich keines. „Der Veranstalter fragt: Was spielst du? Ich antworte: Weiß ich nicht!“, lacht er. „Ich habe ein fantastisches Publikum! Die kommen einfach trotzdem, vertrauen mir. Das geht seit Jahren bis heute so – wunderbar!“ Christa Hasselhorst




Crescendo

1. September

Klassik in der Nordägäis

Vom 9. bis 19. August verwandelte das Molyvos Festival die griechische Insel Lesbos in einen großen Freiluft-Konzertsaal. Die Sonne geht unter und taucht die Tempelruine von Messa in ein orangegoldenes Licht. In unmittelbarer Umgebung der ionischen Säulenfragmente ist eine kleine Bühne mit einer Zuschauertribüne aufgebaut, alles unter freiem Himmel, versteht sich, schließlich ist Griechenland im Sommer reines Open-Air-Gebiet. Immer mehr Konzertbesucher streben zu den Sitzplätzen, und wer keinen mehr findet, stellt sich einfach an den Wegrand. Die älteren Menschen sitzen auf Klappstühlen, die Kinder auf der Erde, keiner will sich das Spektakel entgehen lassen, denn heute Abend ist Konzert. Jedoch nicht, wie in Griechenland üblich, melancholischer Gesang mit Bouzouki-Begleitung, sondern ein Solo- und Kammermusikabend mit klassischer Musik. Gerade sitzt Kiveli Dörken am Flügel. Sie ist nicht nur Pianistin, sondern – gemeinsam mit ihrer Schwester Danae – künstlerische Leiterin des Molyvos International Music Festivals auf Lesbos. Hochkonzentriert lauschen die Besucher ihrer ebenso klangsensiblen wie temperamentvollen Deutung von Schuberts letzten Drei Klavierstücken D 946. Dass deren Melodien gelegentlich von einem in der Ferne blökenden Schaf und Hundegebell kommentiert werden, stört niemanden, man ist hier eben auf dem Land. Neben Schubert steht Saint-Saëns’ effektvolles Rondo capriccioso auf dem Programm sowie eine von türkischer Musik inspirierte Eigenkomposition des Cellisten Wassily Gerassimez, die er als Solostück darbietet. Das kommt beim griechischen Publikum besonders gut an, denn diese Klänge sind vielen besonders vertraut, doch auch die klassischen Werke werden begeistert beklatscht. Das Konzert in Messa ist die vierte und letzte Veranstaltung der „Pre-Festival Activities“, die vom 9. bis 13. August dem eigentlichen Molyvos Festival vorangestellt sind. Sie finden dieses Jahr erstmals statt, sind über ganz Lesbos verteilt und kombinieren ein Konzert mit einer Führung durch Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Die Idee dahinter ist, dass die Musiktouristen durch die Besichtigungen die Insel kennen lernen und die Inselbewohner in den Genuss von Konzerten kommen, die sie sonst auf Lesbos nicht erleben können. Das eigentliche Festival wird anschließend in Molyvos, ausgerichtet, einer mittelalterlich anmutenden Kleinstadt mit Treppengassen und von Blättern überdachten Sträßchen an der Nordwestküste von Lesbos. Viele Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden in traditionell türkischer Bauweise errichtet, darunter auch einige herrschaftliche Villen mit prächtigen Erkern. Zweifelsohne ist der hübsche Ort mit seinen zahlreichen Restaurants, Cafés und Souvenirgeschäften vom Tourismus geprägt, dennoch stößt man außerhalb der Hauptstraßen noch auf griechisches Dorfleben. Auch ein malerischer kleiner Hafen gehört zum Ort, hier reiht sich ein uriges Fischrestaurant ans andere, außerdem gibt es in der Umgebung mehrere Hotels und Kiesstrände. Dass das Festival in Molyvos ausgerichtet wird, ist kein Zufall. Dort hatten die Großeltern von Danae und Kiveli Dörken ein Haus, in dem die Mädchen regelmäßig ihre Sommerferien verbrachten. Irgendwann einmal, so dachten sie, werden wir in Molyvos Kammermusikkonzerte veranstalten. Sie begannen 2014 zunächst mit einem einzigen Konzert, bei dessen Planung sie Dimitris Tryfon kennen lernten. Er ist ein Unternehmer aus Lesbos und ein talentierter Amateurpianist und wurde einer der Gründer des Festivals. Im Folgejahr startete das Molyvos Festival mit drei Konzerten, und dank der guten Vernetzung der beiden Dörken-Schwestern in der Musikwelt, kamen bald exzellente Künstler nach Lesbos, um sich zu Kammermusik-Ensembles zusammenzuschließen. Dieses Jahr fanden unter anderen der russische Geigenstar Kyrill Troussov, der renommierte Klarinettist Sebastian Manz und die weltweit gefeierte Koloratur-Sopranistin Marlis Petersen nach Molyvos, um dort auf der Burg ein anspruchsvolles Programm in fünf Konzerten – darunter ein Kinderkonzert – darzubieten, das von Bach-Kantaten über Bläserquintettwerke von Ligeti bis zu Messiaens Quartett für das Ende der Zeit reichte. Dabei musizierten alle Beteiligten auf einem sehr hohen Niveau, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Zeit zum gemeinsamen Proben begrenzt war. Was die Organisation angeht, basiert das Festival fast ausschließlich auf ehrenamtlichem Engagement und wurde 2017 auf der Musikmesse Classical:NEXT in Rotterdam mit einem Innovation Award ausgezeichnet. Außer den Abendkonzerten wurden auch so genannte „Molyvos Musical Moments“ organisiert, unangekündigte Kurzdarbietungen einzelner Ensembles in den Straßen des Städtchens, um die Musik auch zu den Menschen vor Ort zu bringen. So mancher Dorfbewohner, der es zunächst recht eilig hatte, stellte dann spontan den Motor seines Motorrads ab und lauschte den Flötenklängen von Daniela Koch oder dem feinsinnigen Gitarrenspiel von Petrit Çeku. “Das Besondere am Molyvos Festival ist, dass die Menschen hier über die Musik zusammengeführt werden”, stellt auch der Geiger Linus Roth, der dieses Jahr zum zweiten Mal dabei ist, fest. Und dass die Konzerte in Molyvos so gut ankommen liege daran, dass “die Griechen hungrig nach Kultur sind”, meint die Sopranistin Marlis Petersen. Für sie persönlich ist das Einzigartige beim Festival, dass “man hier mehr Musikermensch ist als anderswo”. Neben Konzerten umfasst das Festival seit diesem Jahr auch ein Education-Programm, bei dem Schulkinder von Lesbos selbst ein Konzert in ihren Schulen organisierten, außerdem besuchen Musiker das ganze Jahr über Schulklassen auf Lesbos und geben dort Konzerte, um ihnen so die klassische Musik näher zu bringen. Das Molyvos International Music Festival hat zahlreiche Förderer und Unterstützer. Zu den wichtigsten Partnern gehören neben regionalen Tourismusverbänden die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Athen, das Griechische Ministerium für Kultur und Sport und die Region Nordägäis. Außerdem unterstützen die Stavros Niarchos Stiftung und die John S. Latsis Stiftung das Festival durch Spenden. Mehr über das Festival finden Sie hier , weitere Informationen über Griechenland hier . Mario Vogt



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